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Analyse von Lehrer Schüler Problemen
Analysebeispiel

Praxisproblem

 

Eine Berufseinsteigerin tritt zum Schuljahresanfang in Heidelberg ihre erste Stelle an. Sie übernimmt als Klassenlehrerin eine 2. Klasse. Nach drei Wochen hat Sie sich leistungsmäßig einen ersten Überblick verschafft und ist mit dem Niveau sehr zufrieden. Aber immer wenn sie morgens das Klassenzimmer betritt, ist sie von einer "Kinder-Traube" umringt. Auch in der Pause kommen ständig Kinder zu ihr, meistens um andere zu "verpetzen". Einige Mädchen weigern sich, bei Partner- oder Gruppenarbeit neben Jungen zu sitzen. Bei Lernkontrollen fällt auf, dass die Kinder auf den Tischen Sichtschutzbarrikaden aufstellen. Diese Verhaltensweisen gefallen der Lehrerin überhaupt nicht und sie möchte bei der bevorstehenden Klassenpflegschaftssitzung mit den Eltern darüber sprechen.

 

Die Kernfrage könnte lauten:

Wie gelingt hier eine funktionierende Klassengemeinschaft?

 

 

Ein kreativer Analysetipp!
 
Sie kehren das Praxisproblem um ins positive Gegenteil und müssen dann nur noch überlegen, was dazwischen passiert sein kann. Ganz einfach, probieren Sie es aus!
 

Mein Vorschlag für das Gegenstück:

Eine engagierte Berufseinsteigerin tritt zum Schuljahresanfang in Heidelberg erwartungsfroh ihre erste Stelle an. Sie übernimmt freudig als Klassenlehrerin eine 2. Klasse. Nach drei Wochen hat sie sich auf vielfältige Weise einen ersten Überblick verschafft und ist mit dem Niveau sehr zufrieden. Immer wenn sie morgens das Klassenzimmer betritt, wird sie von den Kindern umringt und liebevoll begrüßt. Auch in gemeinsamen kleinen Pausen suchen Kinder das Gespräch mit ihrer Lehrerin, die sich aber auch zurückziehen darf, wenn sie Dinge erledigen will. Bei Partner- und Gruppenarbeit arbeiten Mädchen und Jungen gerne und unterstützend zusammen. Auch bei Lernkontrollen kommt es vor, dass sie sich helfen. Die gegenseitige Hilfsbereitschaft ist sehr ausgeprägt, was der Lehrerin sehr gefällt. Sie will bei der bevorstehenden Klassenpflegschaft den Eltern davon berichten.

 

So oder so ähnlich kann das positiv gewendete Praxisproblem aussehen. Jetzt die Problemanalyse anzugehen, die Faktoren der Grobanalyse zu benennen und diese zur Feinanalyse auszubauen, ist mit etwas Übung geradezu ein Kinderspiel:

 

1. engagierte, freudige, gesprächsbereite Lehrerpersönlichkeit: Sie macht den Kindern den Wechsel leicht

2. zügige, abwechslungsreiche Bestandsaufnahme/ Diagnostik: Sie bezieht die Palette der Spielformen ein

3. immer gleiche Abläufe durch Rituale und Regeln: Sie bietet den Kindern Vorbild und Orientierung

4. gemeinsame Pausen, offenes Ohr der L. sind Elemente der Klassenführung und des Erziehungsstils

5. helfende, gegenseitig unterstützende Schüler dokumentieren Sozialverhalten: Sie lebt eine Kultur des Helfens

6. Schuljahresanfang: Sie wird dieser Zeit in besonderer Weise gerecht und zeigt Erfolgszuversicht, macht Mut

7. informiert die Eltern: Sie pflegt die Kommunikation und schafft Vertrauen

 

Das Hauptthema könnte die "Kultur des Helfens" sein!

Dazu lassen sich dann zahlreiche Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Wir stellen das am Seminar Pforzheim mit Zweigeszweigen in einer Mindmap dar. So wird aus der Grobanalyse die Auffächerung zur Feinanalyse.

Bei der Entwicklung von Handlungsmöglichkeiten ist es extrem wichtig gewohnte Denkweisen zu durchbrechen, weil Sie nur so neue Handlungsperspektiven erkennen und neue Handlungsmuster aufbauen können. Denken Sie an das berühmte Zitat von Albert Einstein!

 

Kommentar: Das Ganze ist ein textproduktives Verfahren, das zugegebenermaßen je nach Praxisproblem ein gerüttelt Maß an linguistischer Intelligenz verlangt, aber es besticht durch seine kreative Dynamik.

 

Probieren Sie es mit einem anderen Praxisproblem aus!

Vielleicht ist es genau Ihre Methode!

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Webmaster Eberhard Schwenk